Die 3 großen Herausforderungen während einer Trennung und wie du sie meistern kannst

Bist du gerade frisch getrennt, befindest du dich noch in der Schock-Phase?
Der Schmerz ist enorm und am liebsten würdest du dich verkriechen, Decke über den Kopf ziehen und vom Expartner nichts hören und sehen. Das wäre es jetzt! Nicht wahr? 

Jedoch nicht so bei dir. Da gibt es ein paar Herausforderungen, die dich davon abhalten, dich mal richtig fallen zu lassen. Immerhin wart ihr viele Jahre zusammen oder verheiratet. Da hat sich einiges an Gemeinsamen angesammelt, das nun geregelt gehört. Manches duldet keinen Aufschub, wie etwa die Sorge um gemeinsame Kinder und vielleicht auch noch eine Firma, an der ihr beiden beteiligt seid.

Lasse uns gemeinsam die 3 wichtigsten Bereiche ansehen, die nach einer Trennung geregelt bzw. bearbeitet werden müssen. Das sind:

  1. Familiäre Angelegenheiten: Kinder, Familienmitglieder, Freunde, Haustiere
  2. Materielles: Wohnung/Haus, Firma, Finanzielles 
  3. Emotionale Themen: Übergangspartner, neuerliche Partnersuche, emotionale Probleme

Gemeinsame Kinder erfordern sofortiges Handeln

Du hast also Kinder mit deinem Expartner und ihr könnt euch dadurch nicht einfach mal für längere Zeit aus dem Weg gehen. Hier besteht sofortiger Handlungsbedarf. Einerseits sind da viele Gefühle im Spiel, andererseits die Frage nach der Obsorge. 

Hier ist es wichtig, kühlen Kopf zu bewahren und die Unstimmigkeiten bzw. verletzten Gefühle nicht auf die Kinder zu übertragen. Diese haben es ohnehin schwer genug, zu verarbeiten, dass sich die Eltern trennen.
So schwer es fallen mag, so ideal ist es, die Paar- und Elternbeziehung auseinander zu halten.
So könnt ihr das Beste für euch und eure Kinder erreichen.

Es ist verständlich, wie schnell es gehen kann, dass man aufgrund der Wut auf den Expartner in Versuchung gerät, die Kinder gegen ihn aufzuhetzen oder sie als Druckmittel zu verwenden. Wollt ihr das wirklich tun? Wohl kaum. Besser ist es, diese außen vor zu lassen und sich sachlich mit den Obsorgevereinbarungen zu befassen.

Darüber hinaus solltet ihr ihnen ein gutes Vorbild sein. Zeigt ihnen, wie Beziehung und auch der Umgang eines Endes einer solchen gelebt werden kann, ohne sich gegenseitig das Leben schwer zu machen. Wir alle wünschen uns erfüllende Beziehungen ohne Ängste davor. Die Prägung diesbezüglich beginnt in der Kindheit. Gefühle von Unsicherheit, Instabilität, gestörtem Vertrauen können durch unüberlegte Aussagen und Handlungen geschürt werden.

Daher sollten Kinder nicht in Loyalitätskonflikte geraten, indem sie das Gefühl vermittelt bekommen, einen Elternteil weniger lieben zu dürfen. Ebenso sollten sie vermittelt bekommen, dass sie mit der Trennung der Eltern nichts zu tun haben, sie nicht schuld sind. Sie sollen wissen, dass sie zu jedem von euch beiden gehen dürfen und jeden lieb haben dürfen. Ebenso sollen sie eventuelle neue Partner liebhaben dürfen. 

Andererseits sollt auch ihr insofern wachsam sein, dass euch eure Kinder nicht gegeneinander ausspielen.
Sie testen manchmal ganz gerne, ob ihr als Eltern innerlich stabil seid.

Familie und Freunde, die man nicht missen möchte – wie geht es weiter?

Neben den gemeinsamen Kindern gibt es auch eine Familie, in die man hineingewachsen ist. Man hat Angehörige des Partners sehr lieb gewonnen und fragt sich, wie es nun weiter gehen soll. 

Lieb gewonnene Verwandte des Expartners werden dich nicht automatisch ausgrenzen. Im Idealfall bleiben sie neutral. Allerdings musst du damit rechnen, dass enge Verwandte eher zum Ex stehen werden, wenn es darauf ankommt. 

Möchtest du weiterhin Kontakt zu einigen Angehörigen des Verflossenen pflegen, so spricht nichts dagegen, wenn diese auch offen dafür sind. Es ist ratsam ein bisschen Zeit nach eurer Trennung verstreichen zu lassen und diese nicht in die Trennungsproblematik hineinzuziehen. So gibst du ihnen die Chance, neutral bleiben zu können.

Ähnlich verhält es sich mit gemeinsamen Freunden. Hier gilt es zu unterscheiden, ob es Freunde sind, die ihr beide gemeinsam neu kennengelernt hattet, oder, ob es seine Freunde sind, die du lieb gewonnen hast. Letztere werden sich – wenn es darauf ankommt – meist auf seine Seite schlagen. Es sei denn, er hat sich äußerst übel benommen und diese können das nicht gutheißen. 

Bei den gemeinsam gewonnenen Freunden wird sich zeigen, wie neutral sie sein können oder zu wem sie eher stehen. Hier ist es empfehlenswert, nach dem Beziehungsende eine Zeit lang auf Abstand zu gehen, bis sich die Wogen geglättet haben. Danach kannst du den Kontakt wieder aufnehmen und sehen, inwieweit diese noch an dir interessiert sind. 

Wie generell in unserem Leben, kommen und gehen Freunde. Auch nach einer Trennung. Hier ist der Punkt erreicht, an dem sich zeigt, wie gut diese Freundschaften wirklich sind.

Wer behält Hund, Katze und Co?

„Ohne meine Katze gehe ich nirgendwohin!“ – sagst du vielleicht. Ob du diese einfach so behalten darfst, hängt davon ab, wie ihr euch einigt oder schlicht und ergreifend von der Gesetzgebung. Tiere sind Lebewesen und unterliegen dem Tierschutzgesetz. Im Falle einer Trennung greift die Rechtsprechung allerdings auf § 1361a BGB zurück, wo die Verteilung von Hausratsgegenständen geregelt ist. Anhand dessen werden einige Fakten geprüft und zeigen, wer das Tier behalten darf.

Solltest du das Tier mitgebracht haben, so gehört es dir weiterhin. Hast du es erst bei Bestehen der Partnerschaft angeschafft und es in dein Eigentum übernommen, so ist es auch weiterhin deines. Wenn du das Tier für deine Berufsausübung brauchst, so gehört es auch dir. Schwierig ist es, wenn ihr es gemeinsam angeschafft habt. Am besten wäre es, ihr könnt euch einigen – zum Wohle aller.

Andernfalls muss hier das Gericht nach Billigkeit entscheiden. Dabei geht es darum, was im Einzelfall vernünftig und angemessen ist. Zum Beispiel kann einem Partner das Tier zugesprochen werden, wenn er eine besonders starke emotionale Bindung aufgebaut hat und vielleicht auf das Tier insofern angewiesen ist, wenn es etwa ein Blindenhund ist.

Wohnen, Firma, Finanzen – was tun?

Du hast wahrscheinlich in den ersten Wochen nach der ausgesprochenen Trennung gar keinen Kopf dafür, dich um all die materiellen Angelegenheiten zu kümmern. Dazu musst du den Kontakt mit dem Expartner aufrecht halten. Das kann sehr schmerzhaft sein. Daher überlege, was sofort erledigt werden muss und was etwas Zeit hat.

Automatisch steht die gemeinsam genutzte Immobilie im Vordergrund.
Meist möchte man eine sofortige räumliche Trennung. Daher muss einer von euch beiden ausziehen. Doch wer wird das sein? Im Idealfall könnt ihr euch einigen. So etwa, dass ihr euer Haus verkauft oder vermietet, den Erlös aufteilt, und jeder sucht sich eine neue Bleibe. 

Schwierig wird es, wenn ihr beiden dort wohnen bleiben wollt. Hier müssen dann rechtliche Dinge geklärt werden. Dafür solltet ihr Mediatoren oder Rechtsbeistände zurate ziehen.

Ein Hinweis im Vorfeld: Grundsätzlich hat jeder Partner das gleiche Wohnrecht – egal, wem die Immobilie gehört bzw. wer Hauptmieter ist. Bei triftigen Gründen wird dann einem der beiden das Wohnrecht zugesprochen.
Das sind z. B. Kinder, häusliche Gewalt.

Beachte bitte: Wenn ihr beide den Mietvertrag unterschrieben habt, so seid ihr beide für die Kosten haftbar.
Wenn also einer der Partner auszieht, und der in der Wohnung verbleibende die Miete nicht bezahlen kann, dann müsste der andere einspringen. Hier ist es ratsam, den Mietvertrag nach Auszug ändern zu lassen.

Solltet ihr eine gemeinsame Firma haben, und auch hier getrennte Wege gehen wollen, gibt es einige rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten. Wer ist Eigentümer? Gibt es – wenn ihr verheiratet seid – eine Zugewinngemeinschaft oder einen Ehevertrag? Hattet ihr bestimmte Vereinbarung im Hinblick auf Firmenanteile getroffen? 

Weitere materielle Angelegenheiten, die ihr prüfen und eventuell ändern solltet:

  • Versicherungen: Über wen laufen die Versicherungen (z. B. Hausrat, Haftpflicht, Lebensversicherung, etc.) und wer ist Begünstigter?
  • Gemeinsames Girokonto, Wertpapierdepots, Sparverträge
  • Unterhaltszahlungen
  • Gemeinsame Anschaffungen

Ohja, da ist eine Menge zu organisieren. Darum ist es ratsam, eine gute Kommunikationsbasis zu haben oder diese zu schaffen. Denn so geht vieles leichter, spart Nerven, und ihr könnt euch immer noch in die Augen schauen. 

… und dann sind da noch die emotionalen Herausforderungen

Du bist zur Zeit seelisch und körperlich am Ende, möchtest nur noch schlafen, niemanden sehen, dich vergraben. Oder du bist erstmal euphorisch, und froh, wieder einmal frei zu sein und trotzdem – irgendetwas fehlt.
Du findest dich in deiner neuen Lebenssituation noch nicht so ganz zurecht. 

Trauer, Wut und Freude wechseln sich ab, eine klare Struktur im Leben ist noch nicht zu erkennen, doch ein Partner wäre auch nicht schlecht. „So alleine zu sein, das ist doch nicht so schön“ – denkst du vielleicht.

Also liebäugelst du damit, einen neuen Partner zu finden und bist felsenfest davon überzeugt, dass es jetzt besser wird als zuvor… Bist du sicher, dass du jetzt schon so weit bist? Der Gedanke, wieder verliebt zu sein, seine Seele streicheln zu lassen, ist sehr verlockend. Doch hast du ausreichend Beziehungsenergie? Wäre es nicht so, dass der neue Partner eher nur ein Lückenbüßer wäre, der mehr gibt, als er von dir bekommen kann? 

Denn das Ende eine Beziehung muss erstmal einige Zeit im Alleingang verarbeitet werden. Reflexion über das Geschehen, die eigenen Fehler und darüber, was man ändern möchte, ist von großer Bedeutung, um wieder neu starten zu können.

Lässt du diesen Schritt aus, läufst du Gefahr, dich zu verlieren und wieder die gleichen Fehler zu machen.
Dabei verletzt du dann auch noch einen anderen Menschen. Das möchtest du sicherlich nicht.

Auch wenn du ganz ehrlich mit diesem neuen Menschen in deinem Leben umgehst, ihm sagst, dass du beispielsweise nicht für mehr bereit bist, als für eine lockere Affäre, so beraubst du dich selbst um die Möglichkeit, alles sauber abzuschließen und zu verarbeiten.

Um über den großen Schmerz hinwegzukommen, ist es wichtig, dich um dich selbst zu kümmern, was letztendlich auch deinen Selbstwert stärkt. Familie und gute Freunde sind eine weitere gute Wahl.

Lies auch unsere letzten Artikel über die Trennungsphasen und die 7 Schritte aus dem Trennungstief.
Hier findest du viele Tipps. Wenn du diese umsetzt, bist du einige Zeit sehr gut mit dir selbst beschäftigt.
Damit kommst du auf einen guten Kurs.

Wir wünschen dir viel Erfolg!

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